Ford-Dreifachsieg: Ganassi und Chevrolet geschlagen

von Kowalski | am 30 Jan 2012

Bericht übernommen von Motorsport-Total.com – wir freuen uns über diesen Erfolg mit Ford!

Riesenjubel bei Michael Shank Racing: Der erste Sieg beim Daytona 24

(Motorsport-Total.com) – Das 24-Stunden-Rennen von Daytona endete mit einer Überraschung: Nicht die schnellen Chevrolet, auch nicht die favorisierten Ganassi BMW, sondern drei Ford-Riley standen auf dem Podium der 50. Auflage des 24-Stundenklassikers in Florida. A.J. Allmendinger (Michael Shank Racing) wehrte in einem mitreißenden Finale die Angriffe von Polesetter Ryan Dalziel (Starworks Motorsport) ab. Dritter wurde der zweite Shank-Ford von Goncalvez/McDowell/Nasr/Yacaman.

Angedeutet hatte sich der große Ford-Angriff bereits am Donnerstag, als der 29-jährige Schotte Dalziel die Pole-Position herausfuhr. Sein Starworks-Ford mit der Startnummer acht, in dem unter anderem Alan McNish und Lucas Luhr fuhren, lag 295 der insgesamt 761 Runden in Front, musste sich in den entscheidenden Schlussstunden aber dem Shank-Ford mit der Startnummer 60 geschlagen geben.

Allmendinger fuhr den Sieg letztlich mit einem Dreifachstint nach Hause: “Das ist einfach nur genial”, freute sich der Kalifornier. “Aber jetzt bin ich zu kaputt, um noch etwas sinnvolles von mir zu geben.” Nach dem letzten Tankstopp kontrollierte er seinen Kontrahenten Dalziel: Der Abstand der beiden Fahrzeuge hatte sich auf fünf bis zehn Sekunden eingepegelt, nach 24 Rennstunden lag Allmendinger um 5.198 Sekunden vor Dalziel.

Es war ein Daytona-Krimi, der sich bereits in den Stunden zuvor andeutete: Das zunächst dominierende Pole-Auto war nach einem Bremsscheibenwechsel und später nach einem Abflug am Ende der Gegengerade zweimal aus der Führungsrunde geflogen. Beide Male sah es nun nach einem Zweikampf zwischen dem wie ein Uhrwerk laufenden Shank-Ford (neben Allmendinger noch Oswaldo Negri, John Pew und IndyCar-Pilot Justin Wilson) und dem Titelverteidigerauto von Chip Ganassi aus, doch McNish und später Dalziel brachten den Starworks-Ford zweimal zurück ins Kampfgeschehen.

Etwa zwei Stunden vor dem Ende erlebte der Ganassi BMW dann seinen entscheidenden Rückschlag: Scott Pruett kam nach einem Boxenstopp nicht mehr vom Fleck. Offenbar verlor er den ersten und zweiten Gang. Als die Startnummer 01 dann schließlich wieder ins Rollen kam, wurde Pruett zu allem Unglück noch mit einer Speeding-Penalty belegt. Das Ganassi-Team kam am Ende mit vier Runden Rückstand als geschlagene Sechste ins Ziel.

McNish lieferte sich derweil einen intensiven Zweikampf mit dem führenden Shank-Ford, erst gegen Negri und später gegen Allmendinger. Die beiden Fahrzeuge berührten sich in diesem fast eine Stunde andauernden Duell mehrmals. Der Shank-Ford behielt letztlich die Oberhand, weil Allmendinger im Cockpit blieb, während Starworks noch zweimal wechselte: Erst McNish auf Luhr, dann Luhr auf Dalziel. Allmendinger kontrollierte die letzten 40 Rennminuten: “Ich habe nur noch gebetet, dass es keine Gelbphase mehr gibt.”

Für Teambesitzer Michael Shank und seine vier Piloten war es der erste Triumph beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. “Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, ich bin einfach nur dankbar”, meinte der überglückliche Shank, dessen Erfolg noch von seinem zweiten Team abgerundet wurde: Jorge Goncalvez, Michael McDowell, Felipe Nasr and Gustavo Yacaman holten im alten Riley-Chassis einen starken dritten Platz. Der Shank-Ford mit der Startnummer 6 hatte zwar nicht ganz die Pace des Siegerduos, aber eine optimale Boxenstrategie hielt das Team in der Führungsrunde. Nasr verlor am Ende nur 49.439 Sekunden auf seinen siegreichen Teamkollegen.

Während die Shank-Mannschaft ein fast problemloses Rennen erlebte, erwischte es auch den zweiten Ganassi BMW bereits in der langen Daytona-Nacht mit Getriebeproblemen. Die Startnummer 02 verlor dabei fünf Runden. Zuviel für eine gelungene Aufholjagd, denn letztlich überquerte Juan Pablo Montoya als Schlussfahrer die Ziellinie mit einer Runde Rückstand. Der Kolumbianer und seine drei Teamkollegen Dario Franchitti, Scott Dixon und Jamie McMurray wurden Vierte.

Am Samstagnachmittag waren insgesamt fünf Teams mit dem neuen Chevrolet-Paket in die 24-Stunden-Hatz gestartet, aber nur eines kam einigermaßen durch: David Donohue, Darren Law und Christian Fittipaldi wurden im Action-Express-Chevy mit drei Runden Rückstand Fünfte. Paul Tracy fuhr den Doran-Ford (Frisselle/Frisselle/Lowe/Tracy) als Siebter mit 13 Runden Rückstand ins Ziel, die Spirit-of-Daytona-Corvette mit Garcia/Gavin/Magnussen/Westbrook kam mit 15 Runden Rückstand auf Platz acht.

Ebenfalls hart umkämpft war die GT-Klasse. Dort gewann der Magnus-Porsche mit Teamchef John Potter, Andy Lally, dem Deutschen Rene Rast und dem Österreicher Richard Lietz als Schlussfahrer. Für das Magnus-Team war es – genau wie für Rast und Lietz – der erste Erfolg beim Daytona 24. 9.412 Sekunden dahinter folgte der beste TRG-Porsche, mit dem unter anderem Vorjahressieger Wolf Henzler unterwegs war.

Rang drei ging mit einer Runde Rückstand an den Brumos-Porsche, in dessen Cockpit unter anderem Marc Lieb saß. Wieder einmal ein Dreifacherfolg für Porsche also, denn der beste Stevenson-Camaro und der beste Ferrari F458 folgten auf den Plätzen vier und fünf. Weder die beiden Audi noch die beiden BMW M3 schafften in der GT-Klasse den Sprung unter die Top 10.

Das Resultat aus Daytona:

01. 60 Michael-Shank-Ford (Allmendinger/Negri/Pew/Wilson) – 761 Runden
02. 8 Starworks-Ford (Dalziel/Luhr/McNish/Popow/Potolicchio) – +5.198
03. 6 Michael-Shank-Ford (Goncalvez/McDowell/Nasr/Yacaman)- +49.439

04. 02 Ganassi BMW (Dixon/Franchitti/McMurray/Montoya) – +1 Runde
05. 5 Action Express Chevy (Donohue/Fittipaldi/Law) +3 Runden
06. 01 Ganassi BMW (Hand/Pruett/Rojas/Rahal) – +4 Runden
07. 77 Doran Ford (Frisselle/Frisselle/Lowe/Tracy) – +13 Runden
08. 90 Spirit-of-Daytona-Chevy (Garcia/Gavin/Magnussen/Westbrook) – +15 Rd.
09. 9 Action-Express-Chevy (Barbosa/Borcheller/France/Papis) – +22 Runden
10. 2 Starworks Ford (Andretti/Hunter-Reay/Mayer/Valiante) – +25 Runden
11. 44 Magnus-Porsche (Lally/Lietz/Potter/Rast) – +34 Runden
12. 67 TRG-Porsche (Bertheau/Bleekemolen/Goosens/Henzler/Pumpelly) – +9.412
13. 59 Brumos-Porsche (Davis/Haywood/Keen/Lieb) – +35 Runden
14. 57 Stevenson-Camaro (Bremer/Edwards/Liddell) – +15.687
15. 63 Risi-Ferrari (Beretta/Bertolini/Vilander) – +20.396
16. 70 SpeedSource-Mazda (Bomarito/Franchitti/Hinchcliffe/Tremblay) – +39 Rd.
17. 66 TRG-Porsche (Farnbacher/Keating/Pilet/Simonsen) – +40 Runden
18. 69 AIM-Ferrari (Assentato/Lazzaro/Longhi/Segal) – +45 Runden
19. 76 Krohn-Ford (Braun/Jonsson/Krohn/Zonta) + 48 Runden
20. 88 Autohaus-Camaro (Edwards/Marsh/Milner/Taylor) – +48 Runden
21. 40 Dempsey-Mazda (Dempsey/Espenlaub/Foster/Long) – +1.458
22. 32 Orbit-Porsche (Amindo/Curtis/Lewis/Sofronas/Willsey) – +8.662
23. 42 Sahlen-Mazda (Cameron/Nonnamaker/Nonnamaker/Sahlen) – +50 Runden
24. 03 Extreme-Speed-Ferrari (Brown/Cosmo/Sharp/van Osterbeek) – +54 Runden
25. 24 Alex-Job-Porsche (Avenatti/Faieta/Poordad/Sweedler/Wagner) – +11.740
26. 45 Flying-Lizard-Porsche (Bergmeister/Long/Neiman/Rockenfeller) – +55 Rd.
27. 93 Turner BMW (Auberlen/Dalla Lana/Marsal/D.Müller) – +70 Runden
28. 23 Alex-Job-Porsche (Collard/Holzer/Leitzinger/MacNeill) – +72 Runden
29. 26 NGT-Porsche (Cisneros/Edwards/Kauffmann/Tandy) – +73 Runden
30. 64 TRG-Porsche (Ardagna/Costabal/DiGuida/Orjuela/Salazar) – +25.605
31. 22 Bullett-Porsche (Blaylock/O’Young/Roush/Van Blankers/White) – +80 Rd.
32. 50 50+ BMW (Defoor/Robinson/Johnson/Pace/de Quesnada) – +89 Runden
33. 99 Gainsco-Chevrolet (Fogarty/Gurney/Gidley) – +4.749
34. 82 Dick-Greer-Porsche (Fergus/Finger/Greer/Hotchkis/Trinkler) – +96 Runden
35. 56 AF/Waltrip-Ferrari (Aguas/Kauffman/Pastrana/Waltrip) – +116 Runden
36. 65 TRG-Porsche (Castellano/Cox/Hedlund/McCarthy/Michaelian) – +118 Rd.
37. 68 TRG-Porsche (Cumming/Estre/Faulkner/Gomez/Keating) – +121 Runden
38. 55 Acumen-Porsche (del Vecchio/Grunnet/Jester/McKee/Pobst) – +135 Rd.
39. 18 Muehlner-Porsche (Jones/Lester/McCutchen/Thomas) – +152 Runden
40. 41 Dempsey-Mazda (James/Kitch/Maxwell/Rogers) – +153 Runden
41. 12 Alliance-Porsche (Miller/Prewitt/Rettich/Schneider/Shoff) – +157 Runden
42. 19 Muehlner-Porsche (Dollahite/Nater/O’Doski/Seefried/Whitis) – +162 Runden
43. 75 Stevenson-Camaro (Bell/Carter/Curran/ Plumb) – +184 Runden
44. 51 APR-Audi R8 (Baas/Canache/Norman/Pirro/von Moltke) – +314 Runden
45. 74 Oryx-Audi R8 (Al Masaood/Al Mehairi/Kane) – +329 Runden
46. 17 Burtin-Porsche (Asch/Baldwin/Burtin/Ragginger/Sellers) – +337 Runden
47. 20 Liqui-Moly-Porsche (Engstler/Murry/Safina/Schaldach) – +345 Runden
48. 34 Orbit (DeFontes/Fogg/Konopka/Vonka) – +378 Runden
49. 4 Magnus-Porsche (Bell/Eversley/Graeff/Yarab) – +451 Runden
50. 36 Yellow-Dragon-Mazda (Andretti/Andretti/Hacquard/Krohn) – +491 Rd.
51. 15 Rick-Ware-Mustang (Cook/Earnhardt/Harrington/Hill/Ware) – +505 Rd.
52. 48 Miller-Porsche (Bell/Maassen/Miller/Wilkins) – +537 Runden
53. 46 Baughman-Corvette (Breukers/Fumal/Nowicki) – +589 Runden
54. 62 Risi-Ferrari (Bruni/Fisichella/Matos) – +607 Runden
55. 87 Racers-Edge-Viper (Heylen/Peterson/Soulet/Valverde) – +660 Runden
56. 94 Turner BMW (Auberlen/Dalla Lana/Johnson/Said/Werner) – +675 Runden
57. 43 Sahlen-Mazda (Nonnamaker/Nonnamaker/Sahlen) – +740 Runden
58. 10 SunTrust-Chevrolet (Angelelli/Briscoe/Taylor) – +747 Runden


Themen: Allgemein

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