Nutzt GM die Chance?

von Kowalski | am 19 Nov 2010

GM ging gestern, am 18. November wieder zurück an die Börse. Das Automobilunternehmen, in Vergangenheit das mit Abstand größte der Welt und lange Zeit auch eines der Vorzeigeunternehmen der USA, musste sich 2009 mit insgesamt 50 Milliarden Dollar durch Staatsgelder vor der drohenden Pleite retten lassen. Durch die Ausgabe der Aktien der „neuen“ GM, die einen leicht überbewerteten Preis darstellten, darf das Obama-Team nun zuerst ca. 19 Milliarden Dollar wieder zurückbuchen. Geld welches, mit dem Kauf der Aktien, jeder Aktienkäufer nun dem Staat zurückzahlt. Nun stellt sich die Frage, ob GM tatsächlich zurück in die Gewinnzonen kommt oder auf ewig ein sündhaft teurer Sanierungsfall für die nächsten Jahre bleibt. Zuerst hatte sich GM von toten Unternehmensgruppen getrennt und damit die ersten Auflagen des Staates in die Tat umgesetzt. Verkauft wurden Saturn, Pontiac, SAAB und Hummer. Nun sollte der Fokus auf Neuentwicklungen liegen. Die Qualität und Wirtschaftlichkeit der angebotenen Automobile muss klar verbessert werden um dem mittlerweile sehr wohl wirtschaftlich denkenden amerikanischen Automobilkäufer das richtige Angebot machen zu können. Dabei kann es nicht reichen den Chevy Volt immer wieder in den Blickwinkel der Presse zu lenken wenn dieses Auto von der Serienreife noch weit entfernt ist. Warum blickt nicht auch GM nach Europa und investiert dort Geld in die schon bereits vorhandene Entwicklungen markfähiger Autos? Können sich die Manager der Chefetagen dazu durchringen auch über den Tellerrand der eigenen Entwicklungslabors zu sehen? Dabei brauchen Sie den amerikanischen Spirit keineswegs begraben. Ford, der einzige der „Großen 3“, der keinen Cent vom amerikanischen Staat brauchte und sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf des „alten Denkens“ gezogen hat, könnte für GM nun ein echtes Vorbild sein. Ford erkannte das Potential in Europa was automobile Entwicklung betraf und investierte Millionen Dollar in Europa. Der Erfolg dieser Saat ließ nicht lange auf sich warten. Ford verfügt nun über ein breit gefächertes Portfolio an sparsamen, attraktiven und innovativen Automobilen wie dem F-150, Explorer, Focus oder dem Fiesta. Wo bleibt bei Ford nun der Spirit des amerikanischen Autos? Nun, im Bereich von sparsamen und trotzdem sehr leistungsfähigen Maschinen wie der EcoBoost-Baureihe zum Beispiel. Topseller wie der F-150 oder der Ford-Mustang sind schon längst mit diesen Maschinen ausgestattet worden. In den betreffenden Autoklassen gibt es z.Zt. keine sparsameren Mitbewerber. Der F-150 – der meistverkaufte Truck in den Staaten – beweist gerade mit Hilfe einer Promotionaktion, das solche Maschinen nicht nur leistungsfähig sind, sondern auch zuverlässig. Damit erfährt der Käufer in den USA, dass nur grundlegende Änderungen wirklichen Erfolg bringen. GM hat einen ersten Schritt dazu getan, weitere müssen folgen auf diesem sicher noch langen Weg der Genesung.


Themen: Allgemein

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