Gesunde 1.000 PS aus dem 5.0 V8 Coyote – Bericht, Teil 1 von 3

von Kowalski | am 23 Mai 2013

Der Ford 5.0 V8 Motor (Coyote), verbaut im aktuellen Mustang GT und im BOSS 302 zählt zu den besten 8-Zylinder Motoren der Welt. Das liegt sicher nicht nur an der Leistung von fast 450 PS im BOSS 302 sondern auch an seinem Leistungspotenzial und seiner Standfestigkeit. In Vergangenheit konnten Motorentuner hier schon realitv simpel bis zu 700 PS, mittels Aufladung durch Vortech Kompressoren, an der Kurbelwelle realisieren. Doch selbst solche Leistungen werden von den Köpfen der Erbauer schnell adaptiert und verlangen nach Steigerungen. Schnell stand daher die magische Zahl von 1000 (eintausend) PS auf der Agenda der leistungshungrigen Tuner. Dabei war nicht nur die extreme Leistung Wunsch der Tuner. Ein weiteres wichtiges Ziel, war die Standfestigkeit des Motors. Durch das große Angebot hochwertiger Komponenten ist es relativ einfach, selbst aus deutlich kleineren Motoren viel, nein sehr viel Leistung zu schöpfen. Zielsetzung bei diesem Projekt, angeführt durch die Männer um Rich Roh Racing war jedoch nicht nur der Strip oder gar kurze Showauftritte, sondern eine sehr starke aber zuverlässige Maschine zu bauen. Damit dieses Ziel erreicht werden konnte musste man noch ein paar wichtige und kompetente Leute ins Team holen. Nur so konnte dieses bis Dato einmalige Projekt verwirklicht werden.

Auf der Liste der Tuner fanden sich dann neben Rich-Groh-Racing (RGR), der Distributor JPS Racing, Downs Ford Motorsport, Manley Performance auch Livernois Motorsports und Ford Racing. JPS lieferte die Motorkomponeten wie Kolben, Pleuel, Kurbelwelle, Lager, Lagerschalen, Ölpumpenkomonenten und Ventile und Ford Racing den Coyote Block mit allen restlichen Anbauteilen. Die oben genannte Allianz in Kombination mit sorgfältiger Abstimmung der jeweiligen Motorkomponenten ist Grundvoraussetzung eines erfolgreich laufenden Projektes.

Auch die Coyote Maschinen werden von Ford ständig verbessert und weiterentwickelt. So gibt es Unterschiede zwischen den Blöcken der Baujahre 2011-12 und 2013-14. Aktuell arbeitet Ford-Racing an einem “Sportsman” Block. Hier werden wir zu einem späteren Zeitpunkt Kontakt mit Jesse Kershaw von Ford-Racing aufnehmen um Details zu klären. Die auffälligste Änderung an den 13/14er Motoren ist wohl der Wegfall der Öldüsen zur Kühlung der Kolbenboden und die Verringerung der Zylinderkopfschraubengröße. Dafür wurde die Wassermanteldicke der neuen Maschinen um etwa ein drittel vergrößert was insbesondere unter Volllast klare Vorteile verschafft. Mit diesen Neuerungen ausgestattet orderten die Tuner den Block von Ford Racing mit der Bestell-Nummer: (M-6010-M50R block), der in wenigen Wochen offiziell in den USA erhältlich sein wird.

Da viele Komponente von Ford Racing im Bereich Motorenbau bereits einen Haltbarkeitstest mit bis zu 1000 PS absolviert haben, konnten sich die Tuner bei vielen Basiskomponenten aus dem Ford Zubehör bedienen. Dazu zählt sicher die Kurbelwelle aus dem Coyote. Sie ist geschmiedet, voll ausgeglichen und läuft auch unter sehr hohen Drehzahlen einwandfrei. Erforderlicher Weise wurden aus Gründen der Standfestigkeit, bei der zu erwartenden Leistung, Motorteile aus anderen Bereichen ausgetauscht. Da wären als erstes die Kolben zu nennen. Die serienmäßigen Kolben wurden durch geschmiedete Alukolben mit einer speziellen, hochfesten Beschichtung ersetzt. Diese ermöglichten darüber hinaus die Kompression von 11,0:1 auf 9,75:1 zu verringern um so das Tuningfenster noch weiter zu öffnen. Die Kolbenkrone erhielt durch JE Piston mit Hilfe eines besonderen Werkzeuges ein besonders glattes Finish. Kleinste scharfe Kanten werden durch diese Bearbeitung entfernt und letztendlich deutlich glatter als der Original Kolben. Mit dieser neuen Bearbeitungsmethode wurde gerade erst werksintern begonnen und daher erstmalig in diesem Projekt realisiert.

Die Pleuel wurden komplett durch Spezialpleuel der Firma Manley ersetzt. Auch diese Maßnahme war nötig geworden, um eine optimale Standfestigkeit zu erreichen. Manley erarbeitete ein massiveres Pleueldesign um mehr Stabilität zu erreichen. Mehr Stabilität bedeutet allerdings auch in der Regel mehr Gewicht und so verwendete Manley für die Bauteile 4340er Stahl aus dem Flugzeugbau. Als Ergebnis wiegen die deutlich massiveren Manley I-beams Pleuel exakt die 602g der Serienausführung.

Weiter musste neben der Auswahl bester Komponenten für den leistungsgesteigerten Coyote auch ein besonderes Auge auf die Ölversorgung der Maschine gelegt werden.

Die Versorgung der 5.0 V8 Coyote Maschine erfolgt mittels einer Zahnradpumpe. In dieser Pumpe arbeitet ein Ölpumpenzahnrad. Für den Umbau auf einen vierstelligen PS Bereich musste eine Billet-Zahnradpumpe installiert werden. Das Zahnrad dieser Pumpe hat deutlich größere Zahnräder und kann somit mehr Öl bei gleicher Umdrehung zu liefern. Dieses hochspezialisierte Bauteil ist aus US CroMoly-Stahl gefertigt und extrem genau bearbeitet worden um Reibungsverluste weitgehend auszuschließen.

Ein weiterer wichtige Bereich im Hochleistungsmaschinenbau sind die Gleitlager. Hier konnten die Tuner auf Bauteile der Firma JPC Racing zurückgreifen. Der Inhaber Justin Burcham verfügt mit seinem Unternehmen über eine langjährige Erfahrung in der Herstellung von Gleitlagern speziell für die Coyote Maschine. JPS Racing ist einer der Entwicklungspartner der Ford-Engineering. Ein weiterer Entwicklungspartner war auch Livernois Motorsports, zuständig für Bolzen, Muttern und Unterlegscheiben sowie für einen speziellen Adapter im Ölansaugrohr. Alle Komponenten, gefertigt aus ARP2000 Material sind deutlich besser als die Stock-Komponenten.

Damit dürfte das Projekt ein gesundes Fundament haben für die Erzeugung der avisierten Leistung. Im zweiten Teil des Berichtes kümmern wir uns um die Zylinderköpfe, den Ventiltrieb, Ölwanne, Wasserpumpe und den original BOSS 302 Luftverteiler, in der Vorbereitung der Installation eines neuen Turbo Systems.


Themen: Allgemein

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