Dieseltod

von Kowalski | am 23 Apr 2016

Eines wissen wir seit gestern. Nicht nur VW ist der böse Bube wenn wir uns um den Abgasbetrug Gedanken machen. Der höchst fragwürdige „Gute Draht“ zur Politik, droht den einstigen Vorzeigeunternehmen und Wiege deutscher Ingenieurskunst nun die Luft abzuschnüren. Rein wirtschaftliches Interesse hat dazu geführt, Dieselmaschinen in PKW’s, dem Verbraucher als den reinen Umweltengel zu verkaufen. Staatliche Förderung machte das zusätzlich sehr schmackhaft. On Top half die Politik, in Absprache mit den jetzigen Schuldigen dabei, die Grenzwerte für alle Anbieter in Europa in Bereiche zu schrauben, die ohne Tricksereien nicht zu schaffen waren. Deutsche Unternehmen verdienten dabei natürlich kräftig mit.

Selbst jetzt, wo fast alle dreckigen Karten auf dem Tisch liegen, gibt sich die Politik völlig unschuldig an dem Desaster. Eine eigenverschuldete, unternehmerische Katastrophe, die Arbeitsplätze kosten wird und in der wir als Steuerzahler wieder zur Kasse gebeten werden. Zu retten ist indes der Diesel auch über das jetzt in den Fokus gerückte AdBlue nicht mehr. Diese Technologie ist für Diesel-PKW’s augenblicklich noch zu teuer, braucht Platz und bedeutet Gewichtszunahme. Neben den Betriebskosten würde im Kleinwagenbereich ein AdBlue-Diesel in der Anschaffung gut 3.000 Euro plus gegenüber einem Benziner bedeuten.

Auf der anderen Seite steht ein großes Energieeinsparpotenzial im Bereich der Benzinmotoren. Diese werden in den nächsten drei Jahren, durch Weiterentwicklung der Turbotechnologie und die Auswahl von leichten und sehr standfesten Motorbauteilen, den Verbrauch um mindestens noch einmal 15% gegenüber aktuellen Modellen verringern. Parallel dazu wird der Elektroantrieb in Zukunft eine größere Rolle spielen. Vielleicht sollten die Verantwortlichen darüber nachdenken, den E-Antrieb beispielsweise für den ÖPNV, Güternahverkehr, Carsharing und Taxen üblich werden zu lassen. Der jetzige Standartautomobilkäufer setzt sich nicht einfach in ein E-Auto ohne zu wissen wie es sich anfühlt und ob die Versorgung mit Strom aus regenerativen Energiequellen tatsächlich gesichert ist.

In Kenntnis dessen macht es keinen Sinn den Diesel hier und europaweit an den Tropf zu hängen.

Meinungen? Gerne unter: talkamfreitag@aol.de


Themen: Allgemein

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